Esels- und Magellanpinguine auf der Isla Martillo unterscheiden
Zwei Pinguinarten brüten auf der Isla Martillo, und eine dritte schaut ab und zu vorbei. Ob vom Strand oder vom Boot, ein paar Merkmale verraten dir, wer Eselspinguin und wer Magellanpinguin ist. Dieser Ratgeber stellt beide vor, dazu den seltenen Königspinguin und die übrige Tierwelt am Beagle-Kanal.
Zwei Arten teilen sich die Insel
Auf der Isla Martillo leben Eselspinguine und Magellanpinguine. Sie brüten Seite an Seite auf derselben kleinen Insel im Beagle-Kanal, in den richtigen Wochen siehst du also meist beide.
Auf den ersten Blick ähneln sie sich, schwarzer Rücken über weißem Bauch. Die Unterschiede liegen an Kopf und Brust, und genau dorthin lenken die nächsten Abschnitte deinen Blick.
Einheimische nennen die Insel Isla Martillo oder einfach Pinguininsel. Mit welcher Tour du auch fährst, diese beiden sind die Vögel, wegen derer du kommst, und eine dritte Art erscheint nur als seltener Gast.
Eselspinguine und der orange Schnabel
Den Eselspinguin erkennst du leichter. Achte auf einen leuchtend orangeroten Schnabel und weiße Flecken über den Augen, beides ist auch aus einiger Entfernung zu sehen.
Laut dem Angebot von Explore Tierra del Fuego bleiben Eselspinguine das ganze Jahr rund um die Isla Martillo. Oft siehst du sie aus dem flachen Wasser auf die Kiesel watscheln, was vom Boot aus schön zu beobachten ist.

Magellanpinguine und die schwarzen Bänder
Der Magellanpinguin hat einen dunklen Schnabel und zwei schwarze Bänder quer über der weißen Brust. Ein weißer Streifen zieht sich von oberhalb des Auges im Bogen um das dunkle Gesicht.
Magellanpinguine brüten in Höhlen, die sie in den weichen Boden graben, in der Saison stehen deshalb viele an Erdlöchern am grasigen Hang. Laut demselben Angebot sind sie etwa von Oktober bis März in der Kolonie. Die kälteren Monate verbringen sie auf See.
Diese Zeiten zählen bei der Planung. Unser Ratgeber zur besten Reisezeit erklärt, in welchen Wochen du beide Arten zugleich siehst.
Vom Boot aus auseinanderhalten
Vom Deck aus bist du weiter weg als beim Rundgang. Halte dich an Farbe und Form statt an feine Details, mit diesen Merkmalen, die auch auf Distanz funktionieren.
- Orangeroter Schnabel heißt Eselspinguin, dunkler Schnabel heißt Magellanpinguin
- Ein weißer Fleck über dem Auge deutet auf einen Eselspinguin
- Schwarze Bänder über der Brust deuten auf einen Magellanpinguin
- Vögel an Höhleneingängen im Gras sind meist Magellanpinguine
Ein Fernglas hilft sehr, und ein Handy mit Zoom erledigt den Rest. Das kleine Boot von Explore Tierra del Fuego ab ~132 € fährt näher am Ufer als die großen Boote, was den Vergleich leichter macht.
Im kleinen Boot nah am Ufer
Explore Tierra del Fuego bringt bis zu 15 Personen ab Puerto Almanza zu den Esels- und Magellanpinguinen. Ein Naturführer ist dabei, und an Bord gibt es ein Heißgetränk und warme Kleidung.
Ab und zu ein Königspinguin
Hin und wieder taucht ein Königspinguin auf der Isla Martillo auf. Ein Gast zählte im kleinen Boot ab Puerto Almanza drei Arten auf einer einzigen Fahrt, darunter einen König.
Sieh das als Glück an. Keine Tour kann ihn versprechen, und die Könige auf dieser Insel sind gelegentliche Besucher, keine Kolonie, auf die du zählen kannst.
Was die Vögel so treiben
Schau eine Weile auf die Uferlinie, und du erkennst Muster. Eselspinguine kommen oft in kleinen Gruppen aus dem Wasser, Magellanpinguine stehen bei ihren Höhlen oder gehen langsam den Hang hinauf.
Magellanpinguine sind für ihren lauten, schreienden Ruf bekannt, ein wenig wie ein Esel. Wird es an einem ruhigen Tag still an Bord, hörst du vielleicht einen, bevor du ihn entdeckst.
Um die Mitte der Saison gibt es meist Küken. Junge Pinguine sind grau und flauschig, bevor ihnen das Erwachsenengefieder wächst, ein Daunenknäuel neben einem Altvogel ist also ein Küken und keine dritte Art.
Im Wasser schwimmen Pinguine schnell und flach, manchmal springen sie ganz aus dem Wasser. Vom Boot aus siehst du vielleicht eine Reihe kleiner Spritzer Richtung Strand, bevor die Vögel an Land gehen.
Weitere Tiere auf den Routen
Die Pinguine teilen sich den Kanal mit vielen anderen Tieren. Der Katamaran ab Ushuaia passiert die Seelöweninsel, wo Mähnenrobben an Land liegen. Er umrundet auch den Leuchtturm Les Eclaireurs, auf dessen Felsen Blauaugenscharben und Felsenscharben sitzen.
Auch die Scharben lassen sich leicht unterscheiden. Blauaugenscharben haben eine weiße Brust und stehen in dichten Reihen, Felsenscharben sind dunkler und brüten oft auf schmalen Felsvorsprüngen.
Skuas patrouillieren bei den Kolonien, und über offenem Wasser sind Schwarzbrauenalbatrosse möglich. Bei der Wandertour kreisten Delfine um das Boot eines Gastes, und ein Katamaran-Passagier sah auf einer Herbstfahrt Wale.
Nichts davon ist garantiert. Die Tierwelt auf dem Beagle-Kanal richtet sich nach Wind und Jahreszeit, nicht nach dem Fahrplan.
Welche Tour zu einem Tiertag passt
Canoeros Katamaran für ~202 € zeigt neben den Pinguinen die meisten anderen Tiere, denn seine Route führt an der Vogel- und der Seelöweninsel vorbei. Der Rundgang von Azul Latina für ~466 € bringt dich beiden Arten am nächsten, etwa eine Stunde zu Fuß.
Am ruhigsten ist das kleine Boot, mit höchstens 15 Personen und einem Naturführer. Unser Ratgeber „zu Fuß oder per Boot“ vergleicht die drei im Detail.
Egal, wofür du dich entscheidest: Nimm ein Fernglas mit, wenn du eines hast. Auf den Bootstouren macht es aus einer Reihe dunkler Gestalten zwei verschiedene Vögel.
Wie die Stunde auf der Insel selbst aussieht, liest du unter So ist der Rundgang. Der Ratgeber zu Puerto Almanza folgt der Route des kleinen Boots von der Fahrt im Kleinbus bis zur Kolonie.